Seitenkopf von Struppi & Co - Tierärztliche Gemeinschaftspraxis für Verhaltenstherapie
Blick ins Gesicht einer Katze

Katzenverhalten

Katzen sind mittlerweile genau so beliebte Haustiere geworden wie Hunde - gerade in den Städten und bei berufstätigen Tierhaltern: sie müssen nicht Gassi geführt werden und im Vergleich zu Hunden kann man sie problemlos länger allein lassen. Aber auch Katzen haben ihre speziellen Bedürfnisse und wenn man die nicht erfüllt, geht es meist nicht nur den Katzen nicht gut, sondern auch ihre Besitzer haben Probleme.

Katzen zählen zu den fakultativ-sozialen Tieren. Sie können, wenn es nötig ist, auch ohne Gesellschaft gut auskommen – sie können aber auch mit anderen Zwei- und Vierbeinern auf engerem Raum problemlos zusammenleben, wenn genügend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind und wenn sie es in ihrer frühen Welpenzeit lernen konnten. Nur bei der Jagd sind Katzen komplette Einzelgänger.
Besonders in Mehrkatzenhaushalten sollten viele Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein. Auf, unter und hinter Möbeln (gerne auch auf Regalen) können sich Katzen aus dem Weg gehen; eine zusätzliche Bereicherung sind Körbe oder Pappkartons. Hüten Sie sich davor, die Wohnung permanent umzuräumen. Katzen sind traditionsbewusste Gewohnheitstiere. Sie schätzen es nicht, wenn das Sofa oder der Schrank plötzlich woanders stehen. Wenn aber hin und wieder neue „Kleinigkeiten“ auftauchen, die erkundet werden können, finden sie das toll.
Katzen sind hoch spezialisierte Jäger, die in ihrem natürlichen Lebensraum viel Zeit damit verbringen, ihre Umwelt zu erkunden, zu klettern, zu lauern, sich anzuschleichen. Danach wird in der Sonne gedöst oder der Kontakt mit den Sozialpartnern gepflegt. Die Katze freut sich, wenn sie sich ihr Futter mehrmals am Tag erarbeiten kann (Katzen sind sogenannte „Snackfresser“) – und Sie können sie damit auch über den Tag gut beschäftigen und müssen sich nicht die Nächte mit diesem dämmerungsaktiven Jäger um die Ohren schlagen.

Katzen haben besonders Vorlieben, was die Orte für Fressen, Trinken und Ausscheiden angeht. Futter und Wasser sollten an getrennten Orten stehen und keines in der Nähe der Toilette. Der Wassernapf sollte eher groß aber flach sein – mit einer bunten Murmel oder ähnlichem am Boden (quasi als Fernsehprogramm). Die Toilette sollte keinen Deckel haben und an einem ruhigen aber gut zugänglichen Ort stehen; dies ist besonders wichtig bei Mehrkatzenhaushalten, wo generell immer eine Toilette mehr als die Anzahl der Katzen vorhanden sein sollte.

Dies ist eine Liste der häufigsten Verhaltensprobleme oder Verhaltensstörungen, mit denen wir es bei Katzen zu tun haben:
  • Angst (vor Menschen, anderen Katzen, Hunden, unbekannten Dingen).
  • Unsauberkeit (Urin- oder Kotabsatz in der Wohnung, Markieren mit Kot oder Urin).
  • Aggressives Verhalten (gegen die Besitzer, gegen fremde Menschen, gegen andere Katzen im gleichen Haushalt, gegen fremde Katzen, umgerichtet aggressives Verhalten, aggressives Verhalten im Spiel, aggressives Verhalten beim Streicheln).
  • Zwangsverhalten (Putzzwang, Schwanzjagen, Jagen von Lichtreflexen).
  • Probleme bei der Nahrungsaufnahme (mangelhafte Futteraufnahme, Fressen unverdaulicher Objekte).
  • Unangemessenes Jagdverhalten (von Personen, anderen Katzen, anderen Tieren, überfallartige Angriffe mit Verletzungsfolge).
  • Probleme beim Zusammenleben (Zerstören, Stehlen, unruhiges Verhalten, Klettern an oder über Möbel und Einrichtungsgegenstände, störendes Miauen, störendes Kratzen).
  • Depression und Apathie